Tag 3: Auf die Insel Lefkada

Apotheke und eine weitere interessante Begegnung
Am Morgen gingen wir zunächst in die örtliche Apotheke und kauften Medikamente für Boža, die sie direkt beim Frühstück einnahm. Ich begann anschließend, das Motorrad zu packen, als eine ältere Dame vorbeikam. Sie grüßte mich auf Serbisch und fragte, ob ich aus Slowenien sei. Sie erzählte, dass sie Albanerin aus dem Kosovo sei und 52 Jahre in Schweden gelebt habe, bevor sie nach Vlorë gezogen sei, weil das Klima dort so angenehm sei. Sie fragte mich, ob ich in Albanien Urlaub machen würde. Als ich ihr erklärte, dass wir nur auf der Durchreise nach Griechenland seien, meinte sie, wir sollten doch in Albanien bleiben – es sei genauso schön, wenn nicht sogar schöner und zudem günstiger als Griechenland.
Noch ein bisschen mehr Verkehrschaos
Das Wetter war wunderschön und sonnig, es hatte bereits 25 Grad. Die Fahrt aus Vlorë hinaus war ähnlich wie am Vortag. Sobald ich die Hauptstraße erreichte, konnte ich wieder zügiger fahren. Die Hauptstraßen in Albanien sind breit und gut ausgebaut. An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich kaum jemand. Die Polizei ist häufig präsent, um Temposünder zu kontrollieren. Boža ging es heute besser, und wir kamen gut voran. Dabei fiel mir eine interessante Gewohnheit albanischer Autofahrer auf: Sobald sie ein Motorrad hinter sich bemerken, fahren sie an den rechten Fahrbahnrand, um Platz zum Überholen zu machen. Das war ein deutlicher Gegensatz zum eher rücksichtslosen Fahrstil in Vlorë, wo sich die größeren und durchsetzungsstärkeren Verkehrsteilnehmer durchsetzen.

Der Grenzübertritt nach Griechenland verlief schnell, da nur wenige Autos vor uns waren. Auch in Griechenland sind die Hauptstraßen breit und gut ausgebaut, sodass man zügig vorankommt. Die Landschaft ist deutlich grüner, als ich erwartet hatte. Es gibt viele Olivenhaine, und ich fragte mich, woher sie das Wasser beziehen, da ich keine Bewässerungssysteme gesehen habe. Viele Gebäude in den griechischen Städten und Dörfern sind gut erhalten.

Wir legten einige Zwischenstopps ein und erreichten unser Ziel auf Lefkada gegen 18 Uhr. Griechenland liegt bereits in der osteuropäischen Zeitzone und ist somit eine Stunde vor der mitteleuropäischen Zeit. Unsere Unterkunft war sehr angenehm und verfügte über einen Pool im Innenhof. Wir hatten eine kleine Küchenzeile, allerdings nur mit grundlegender Ausstattung, sodass man beispielsweise einfache Gerichte wie Pasta zubereiten konnte.

Am Ende des Tages zeigte der Kilometerzähler 1781 Kilometer.


